Versorgungswerk Krankenversicherung

Das Versorgungswerk und die Krankenversicherung

Freiberufler und einige Angestellte in Kammerberufen wie Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Notare, Architekten können sich mittels Antrag von der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherungspflicht befreien lassen und sich statt dessen in den entsprechenden kammerspezifischen Versorgungswerken versichern. Achtung: Bei einem Arbeitgeberwechsel und in wenigen Ausnahmen sogar auch nur bei einem Bereichswechsel innerhalb des bestehenden Arbeitsverhältnisses muss der Antrag auf Befreiung erneut gestellt werden.

Versorgungswerke zahlen Alters-, Invaliditäts-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrenten. Versorgungswerke sind Ländersache und somit in Ihren Leistungen und Bedingungen so unterschiedlich, dass Sie sich auf keiner Ebene mit einander vergleichen lassen. Für einige Kammerberufler besteht sogar eine Versicherungspflicht im jeweiligen Versorgungswerk.

Versorgungswerke sind zwar in ihren Leistungen in der Regel besser als die gesetzliche Absicherung, weisen aber trotzdem erhebliche Lücken wie z.B. für eine Anschlussheilbehandlung nach einer schweren Krankheit auf, die die Mitglieder nur durch eine private Ergänzungsversicherung decken können. Manche Leistungen sind sogar an Voraussetzungen wie die Abgabe der Approbation geknüpft, die so manches Mitglied dazu bewegen, auf den Leistungsempfang zu verzichten. Auch beim Eintritt ins reguläre Rentenalter sind Besonderheiten zu beachten. Hier muss man zwei Gruppen unterscheiden.

Die einen erhalten die volle Rente aus dem Versorgungswerk, während die anderen zusätzlich noch eine Rente aus der gesetzlichen Versicherung beziehen.

Gesetzlich pflichtig Krankenversicherte, die einem Versorgungswerk angehören, erleben mit dem Eintritt in die Rente eine böse Überraschung. Versorgungswerke gehören nicht zu den gesetzlichen Versicherungen im Sinne des Sozialgesetzbuchs (SGBV). Wer seine Rente rein nur aus dem Versorgungswerk bezieht fällt aus der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht. Jetzt ist aber der Wechsel in eine private Krankenversicherung teils aus Alters-, teils aus gesundheitlich-, teils aus finanziellen Gründen kaum noch möglich. Bleibt also nur noch die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse.

Der Unterschied zwischen einem Mitglied der GKV mit gesetzlicher Rente und einem Mitglied der GKV mit einer Rente aus einem Versorgungswerk liegt in der Beitragsbemessung. Erstere zahlen ihre Beiträge rein auf den tatsächlichen Rentenbezug und werden obendrein noch hälftig bezuschusst. Wer seine Rente aus einem Versorgungswerk bezieht, dem werden für die Beitragsbemessung, wie man es von der Steuer kennt, alle Einkünfte neben der Rente mit angerechnet (z.B. Mieteneinnahmen, private Lebensversicherungen, Kapitalerträge ect.) und auch der Zuschuss aus der Krankenversicherung der Rentner entfällt. Seit 2004 muss auf die Rente aus Versorgungswerken der volle Beitrag gezahlt werden. Wer seine Rente sowohl aus der gesetzlichen Rentenversicherung als auch aus einem Versorgungswerk bezieht erhält eine Mischkalkulation entsprechend der Höhe der Bezüge.

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